Schloss Neuschwanstein

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Das prächtige Märchenschloss Neuschwanstein von König Ludwig II. thront oberhalb von Hohenschwangau bei Füssen im Allgäu in einer Berglandschaft wie aus dem Bilderbuch. Der Prachtbau, der zwischen 1869 und 1886 errichtet wurde und als das Sinnbild der Romantik schlechthin gilt, ist die wohl beliebteste Sehenswürdigkeit Deutschlands und wird jedes Jahr von annähernd 2 Millionen Menschen aus aller Welt besucht.

Bewertungen Schloss Neuschwanstein

Neuschwanstein ist das bekannteste der Schlösser Ludwigs II. und eine Sehenswürdigkeit, die man sich bei einem Urlaub im Allgäu auf gar keinen Fall entgehen lassen darf. Der beliebte aber auch geheimnisvolle Märchenkönig Ludwig II. ließ es als seine ideale Vorstellung einer mittelalterlichen Ritterburg errichten und prächtig mit wertvollen Kunstschätzen, luxuriösen Möbeln, allerlei Gold und Samt sowie einer Technik, die ihrer Zeit voraus war ausstatten. Schloss Neuschwanstein diente dem als menschenscheu geltenden Märchenkönig als privates Refugium, in dem er sich in seine persönliche Traumwelt flüchten konnte. Unzählige Bilderzyklen in Neuschwanstein entführen in die poetische Welt des Mittelalters; oft zeigen die kunstvollen Bilder Motive aus der Sagen- und Märchenwelt, die auch der mit Ludwig II. befreundete Komponist Richard Wagner in seinen Werken gerne aufgriff. Schloss Neuschwanstein war für Ludwig II. auch eine persönliche Theaterkulisse, in der er sich sogar Opern Wagners nur für sich alleine aufführen ließ. Ein weiteres Leitmotiv der Ausstattung ist der Schwan, der das Wappentier der Grafen von Schwangau war, als deren Nachfolger sich Ludwig ansah. Außerdem ist der Schwan das christliche Symbol für die Reinheit, die der Monarch anstrebte. Während Einrichtung und Ausstattung eine romantische mittelalterliche Welt erzeugen, war die eingesetzte Technik im Schloss höchst modern und ihrer Zeit voraus. So gab es hier bereits Telefonleitungen, Toiletten mit automatischer Spülung und batteriebetriebene Klingelanlagen für die Dienerschaft. Die traumhafte Lage Neuschwansteins inmitten einer herrlichen Allgäuer Berglandschaft, die beeindruckende Architektur und die luxuriöse und kunstvolle Ausstattung ergänzen sich zu einem harmonischen Ganzen und machen das Schloss zu einem Bauwerk von einzigartiger Schönheit. Es gilt auf der ganzen Welt als Sinnbild der Romantik und diente sogar den Disney-Studios als Vorbild für ihr Dornröschenschloss. Im Jahre 2007 gelangte es in die Endrunde bei der Wahl zu den neuen sieben Weltwundern und häufig waren das Schloss und ihr Schöpfer Ludwig II. Thema in Film und Fernsehen.

Die Entstehungsgeschichte von Neuschwanstein reicht zurück bis in die 30er-Jahre des 19. Jahrhunderts. König Maximilian II. ließ zu jener Zeit aus einer alten Burgruine das gemütliche Wohnschloss Hohenschwangau errichten, das er für sich und seine Familie als Sommerresidenz nutzen wollte. Tatsächlich verbrachte die königliche Familie dann sogar weite Teile des Jahres in dem Schloss, da ihnen die herrliche Allgäuer Landschaft ringsum so gefiel. Auch Maximilians Sohn Ludwig II. liebte das Schloss und die umliegende Natur und häufig brach er zu Ausflügen in die malerische Bergwelt auf. Bei einem davon entdeckte er die Ruinen der kleinen Burgen Vorder- und Hinterhohenschwangau, die auf einem „Jugend“ genannten Bergrücken links der Pöllat standen. Wahrscheinlich reifte in ihm bereits da der Plan heran, an dieser Stelle irgendwann ein prächtiges Schloss im Stile der alten deutschen Ritterburgen bauen zu lassen. Nach seiner Thronbesteigung 1864 und nachdem ihm die finanziellen Mittel zur Verfügung standen, realisierte er schließlich dieses Vorhaben. Er beauftragte den Theatermaler Christian Jank mit den Entwürfen und den Münchner Architekten Eduard Riedel mit der Umsetzung. Im Laufe der Zeit wuchsen die Ansprüche des Monarchen bezüglich des Schlossbaus allerdings immer weiter an, sodass sich die Fertigstellung von Neuschwanstein um viele Jahre verzögerte. Im Jahre 1884 zog der Märchenkönig in das Schloss ein, das zu dieser Zeit immer noch nicht vollendet war. Bis zu seinem mysteriösen Tod 1886 am Starnberger See verbrachte der König insgesamt 172 Tage auf Neuschwanstein. Der kostspielige Bau hatte ihn zusammen mit seinen anderen Schlossprojekten hoch verschuldet, sodass seine Nachlassverwaltung Neuschwanstein bereits kurz nach seinem Tod für Besucher öffnete, um mit den Eintrittsgeldern die Bauschulden zu begleichen. Die beiden Weltkriege überstand das Märchenschloss unbeschadet und danach entwickelte es sich immer mehr zu einem Publikumsmagneten, der jedes Jahr Millionen Menschen aus aller Welt mit seiner Schönheit und Pracht in Ehrfurcht und Staunen versetzt.

Die Architektur und Innenausstattung Neuschwansteins sind vom romantischen Eklektizismus des 19. Jahrhunderts geprägt. Die größten Räume sind der Thron- und der Sängersaal. Der Thronsaal ähnelt von der Gestaltung her der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz und diente Ludwig als eine Art begehbares Denkmal. Der von farbigen Arkadenstellungen umgebene, kunstvoll geschmückte und pompös ausgestattete Saal sollte Ludwig als Herrscher von Gottes Gnaden darstellen und die uneingeschränkte Herrschergewalt ausdrücken. Der nicht weniger beeindruckende Sängersaal, der nach dem Vorbild des Sänger- und Festsaals der Wartburg errichtet wurde, ist heute Schauplatz der traditionellen Neuschwanstein-Konzerte, die hier jedes Jahr stattfinden.

Eine Besichtigung von Neuschwanstein ist nur in Form einer etwa 30-minütigen Führung möglich. Tickets sind beim Ticketcenter Hohenschwangau erhältlich. Das Schloss steht für Besucher nahezu das ganze Jahr offen. Zusätzlich empfiehlt sich ein Besuch des benachbarten Schloss Hohenschwangau und des Museums der Bayerischen Könige am Ufer des Alpsees, in dem man innerhalb eines luxuriösen Ambientes auf innovative Art zahlreiche Hintergrundinformationen über Ludwig II. und seine Schlösser bekommt.

Adresse: Schloss Neuschwanstein, Neuschwansteinstraße 20, 87645 Schwangau, Deutschland
Telefon: 0049 (0) 8362 / 93 98 80
Fax: 0049 (0) 8362 / 9 39 88 77
Internetseite: www.neuschwanstein.de
 
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