Säuling bei Füssen im Ostallgäu

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Der 2047 Meter hohe Säuling ist der wohl beeindruckendste Berg in der Gegend rundum Füssen / Schwangau. Er ist aufgrund seiner markanten Form, die an eine Pyramide erinnert, schon von Weitem sichtbar, wenn man in den Allgäuer Königswinkel reist. Um den Gipfel des imposanten Säulings zu erklimmen, sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vonnöten. Dafür erwartet einen dann ein atemberaubender Ausblick auf die Füssener Seenlandschaft und die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau.

Der Begriff Säuling leitet sich wahrscheinlich von dem Wort „Siulinc“ ab, was mit „Säule“ übersetzt werden kann und der massiven Form des Berges entspricht. Der Säuling gehört zu den Ammergauer Alpen und steht direkt an der deutsch-österreichischen Grenze, in unmittelbarer Nähe der weltberühmten Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Um den eindrucksvollen Berg, der als Wahrzeichen der Region rundum Füssen / Schwangau gilt, ranken sich zahlreiche regionale Mythen und Sagen. Eine Sage berichtet, dass der Gipfel des Säulings in manchen Nächten von Hexen als Tanzboden benutzt wird. Eine andere erzählt vom Teufel, der einst einen großen Felsbrocken aus dem Berg riss und ihn in Richtung der kleinen Ortschaft Roßhaupten schleuderte, weil er erzürnt darüber war, dass dort ein Gotteshaus errichtet worden war. Als jedoch plötzlich das abendliche Läuten der Kirchglocken ertönte, fiel der Felsbrocken senkrecht vom Himmel, bevor er das Dorf erreichte. Tatsächlich befindet sich vor Roßhaupten ein großer Monolith, in dem ein Kreuz aufgestellt wurde und der besichtigt werden kann. Der heilige Magnus, der Stadtpatron Füssens, berichtet in seinen Memoiren von einer besonderen, spürbaren Wesenhaftigkeit des Säulings. Er bezeichnete den Berg als „monte excelsum“, was soviel bedeutet wie Himmelsberg, und sah ihn als eine Art Weltensäule an, die das Himmlische mit dem Irdischen verbindet. Zweifelsohne handelt es sich bei dem Säuling um einen besonderen Berg, der schon alleine aufgrund seiner imposanten Erscheinung Ehrfurcht hervorruft. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel von Naturliebhabern, Wanderfreunden und Kletterern, die sich am Säuling auf herrliche Landschaftsimpressionen inmitten einer Postkartenidylle freuen können. Wer jedoch ganz oben auf den Gipfel des Säulings will, der braucht eine gute Kondition sowie Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Nach dem Aufstieg erwartet einen dann dafür ein phänomenaler Ausblick über das Füssener Seenland und die Königsschlösser.

Alle diejenigen, die den Säuling besteigen wollen, befinden sich in illustrer Gesellschaft, denn im 19. Jahrhundert erklomm bereits Königin Marie, zusammen mit ihren Söhnen Ludwig und Otto, den Berg. Mehrere Routen führen auf den Gipfel; die leichteste davon auf einem Wanderweg entlang des Säulinghaus. Hier erwarten einen lediglich im obersten Teil einige anspruchsvolle Passagen, die allerdings durch Klettersteige gesichert sind. Die wohl attraktivste Route auf den Gipfel wollen wir nachfolgend etwas genauer vorstellen. Sie hat eine Länge von rund 14 Kilometern und beginnt in Hohenschwangau, dem Dorf der Königsschlösser. Hier geht es am Ticketcenter vorbei in Richtung Schloss Neuschwanstein. Anschließend folgt man einem Kiesweg, der rechts abzweigt und zum Aussichtspunkt „Jugend“ führt. Über den Wasserleitungsweg gelangt man in Richtung Säuling und links an der Wildsulzhütte vorbei geht es in Serpentinen den Berg hinauf. Auf dem Weg zur Säulingwiese, auf der bereits Königin Marie und ihr Mann Maximilian II. das eine oder andere romantische Picknick abgehalten haben, erwarten die Wanderer schon einige anspruchsvolle Passagen, die ein wenig Klettergeschick erfordern. Von der Säulingwiese geht es dann über Schotter und Felsgestein hinauf zum Gipfelkreuz. Nun darf man natürlich nicht vergessen, ein Erinnerungsfoto von sich neben dem Gipfelkreuz zu schießen. Die Traumaussicht von hier oben über das weite Voralpenland ist wirklich grandios und verspricht unvergessliche Urlaubsimpressionen. Hat man sich daran hinlänglich erfreut, geht es zurück zur Säulingwiese und anschließend auf einem Klettersteig hinunter zum Säulinghaus. Dieses urige Berghaus befindet sich auf einer Höhe von 1720 Metern und ist ein beliebtes Einkehrziel von Wanderern, Naturfreunden und Kletterern. Das freundliche Personal serviert den Gästen hier leckere Allgäuer Köstlichkeiten in einem gemütlichen Ambiente. Frisch gestärkt und ausgeruht können die Wanderer dann den Weg fortsetzen, der sie um den Pilgerschrofen herum wieder zur Wildsulzhütte bringt. Anschließend geht es zurück zum Aussichtspunkt „Jugend“ und in Richtung Schloss Neuschwanstein. Kurz vor dem Schloss zweigt ein Weg in die wildromantische Pöllatschlucht ab, nach deren Durchquerung man wieder in Hohenschwangau angekommen ist. Zuvor lohnt es sich, auf der Marienbrücke, die über die Pöllatschlucht führt, den tollen Ausblick auf Schloss Neuschwanstein zu genießen.

Der Säuling ist wirklich ein faszinierender Berg, der sich inmitten einer Bilderbuchlandschaft befindet und die Herzen von Naturliebhabern und Wanderern höherschlagen lässt. Geübte Bergwanderer sollten es sich bei ihrem Allgäu Urlaub nicht entgehen lassen, den Gipfel des Säulings zu erklimmen. Die atemberaubende Aussicht ist unvergesslich und vielleicht lassen sich hier sogar die Hexen beim Tanzen beobachten.

 
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